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07.05.13
Ideen für die Zukunft

Um die fünfzig Vorträge hat Dr. Thomas Schubert in den letzten beiden Jahren weltweit gehalten. Der Gründer und Vorstand von Iolitec ist inzwischen gefragt auf Tagungen, auf denen es um den komplexen Bereich der ionischen Liquide geht. Mit seinem Heilbronner Unternehmen ist der promovierte Chemiker derzeit voll auf Expansionskurs.  

Erst seit 2008 ist Iolitec in Heilbronn ansässig. Das auf ionische Flüssigkeiten und Nano-Materialien spezialisierte Hightech-Unternehmen weist seitdem eine beeindruckende Bilanz auf: In bestimmten Sparten konnte man die weltweite Technologieführerschaft erringen, das Unternehmen liefert inzwischen Produkte an über 550 Kunden in rund 100 Ländern. „Wir sind in einer Nische exquisit unterwegs“, so der in Karlsruhe geborene promovierte Chemiker. Für die großen Unternehmen wie BASF sind kleinere Produktionsmengen wie die von Iolitec weniger interessant. Weil seine Firma komplementär aufgestellt sei, so Schubert, mache man sich auch keine Konkurrenz.

Besonders im Bereich der Schmierstoffe werden die meisten Umsätze generiert. Auch bei Elektrolyten zur Galvanisierung, die besonders bei der Aluminiumverarbeitung zum Einsatz kommen, ist das Unternehmen besonders erfolgreich. Das Portfolio umfasst grüne, emissionsarme Lösungsmittel für Anwendungen im Bereich der Verfahrenstechnik und Bio-Technologie, Produkte zur Wärme- oder Kältespeicherung sowie High-Performance-Elektrolyte für Lithium-lonen-Batterien, Supercaps und Brennstoffzellen. Dazu kommt das sogenannte Kataloggeschäft: Über 250 Spezialchemikalien und rund 80 Nano-Technologie-Produkte liefert Iolitec an die Forschung & Entwicklung großer Firmen,  Mittelständler, ans Fraunhofer-Institut oder an verschiedene Universitäten. Bereits sieben Patente hat sich das Pionier-Unternehmen zum Schutz seiner Ideen eintragen lassen.

Von der Kölner Uni kommt Geschäftsführer Dr. Thomas Schubert, der zusammen mit drei Kollegen und einer Idee anfing. Zunächst ging es nach Freiburg, wo die Firma gegründet wurde. Dann wurde es im Jahr 2008 - wie für so viele junge Unternehmen – fast unmöglich an Geld von Banken zu kommen. Ein Business Angel vom Zukunftsfonds Heilbronn war der aussichtsreichste Weg für das aufstrebende Unternehmen, weiter wachsen zu können. Der ZFHN stieg als Gesellschafter ein und bewegte Iolitec zum Umzug nach Heilbronn. Dort arbeitet man nun in unmittelbarer Nähe zur Münzing-Chemie in einer „sehr produktiven Partnerschaft“, so Schubert.

Acht festangestellte Chemiker forschen und entwickeln in der Heilbronner Salzstraße im Bereich der ionischen Flüssigkeiten. Es gibt nicht nur Entwicklungspartnerschaften mit EGO, Daimler, Mahle oder Bosch sondern auch mit großen Energieversorgern wie EnBW. Das Problem der Umwandlung von Überschüssen aus erneuerbaren Energien will man mit EnBW lösen, indem die Energie zur Herstellung von Erdgas verwendet und so gespeichert werden kann.

„Wir sind momentan in einer sehr spannenden Phase“, beschreibt der Geschäftsführer die aktuelle Entwicklung. Man hat den Start-Up hinter sich, ist dabei nennenswerte Umsätze zu generieren und erreicht größere Zuwächse in bestimmen Sparten. Nicht nur Mittelständler werden auf die Firma aufmerksam, auch Unternehmen wie Exxon Mobile oder der Freudenberger-Konzern. Als gewinnbringend hat sich die Entscheidung erwiesen, auch in den USA präsent zu sein. Auch dort bahnen sich im Bereich der Flüssigkristall-LED-?Displays große Chancen an. Hier und im Bereich der Biomedizin und der Lösungsmittel für die anorganische Chemie sieht der 42jährige die starken Trends in der Zukunft.